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2. Bolivianische Woche in Heidelberg
FAIV im Organisationsteam vertreten.

Tanzgruppe_Puerta_del_Sol.



Zweite bolivianische Woche im “Malecón”
- Armes reiches Land in seiner Vielfalt.



Bolivien – das Herz Südamerikas. Gegensätze, sowohl landschaftlich als auch gesellschaftlich prägen das Land. Diese Vielfalt rückte die zweite bolivianische Woche in der „Cuba Bar Malecón“ in den Fokus.
Die Initiatoren der „Grupo Singani“, eine Gruppe von Heidelberger Studenten,  organisierten in Kooperation mit der Fachschaft Romanistik der Universität Heidelberg ein Programm, welches mit gewohnt sozialkritischem Auge des „Malecón“ auf die Rolle Boliviens in der Welt blickte. Vier Tage lang widmete sich die Veranstaltung sozialen, politischen und kulturellen Themen und gipfelte schließlich in einer ausgelassenen Folklore-Party. Das kulinarische Bolivien wurde ebenfalls präsentiert. Dadurch konnten nicht nur bolivianische Lebenskultur und Traditionen vermittelt werden, sondern auch Spenden für Arco Iris gesammelt werden. Bolivien darf sich mit dem traurigen Titel „Dritte-Welt-Land“ schmücken: ausgebeutet, verarmt und wirtschaftlich am Boden. Hilfsorganisationen sprießen dort wie Pilze aus dem Boden. Wie dort mit dem derzeitigen Entwicklungsmodell versucht wird, mit privaten Initiativen das Land zu unterstützen, schilderten Freiwillige am ersten Tag der Veranstaltungsreihe. Die zwei Rückkehrer hatten ein Jahr in der bolivianischen Andenmetropole La Paz in Hilfsprojekten gearbeitet. So konnten sie aus erster Hand berichten, was zur Verbesserung der Lebensumstände der Unterschicht getan wird. Die begleitende Fotoausstellung illustrierte dies zusätzlich. Doch ebenso wurde deutlich, wie ein Freiwilliges Soziales Jahr die Perspektive eines jungen Menschen verändern kann. Nicht zufällig bestand das Organisationsteam überwiegend aus Ex-Volontären, die versuchen, Interessierten in der Heimat ein breiteres Bild von Armut, Indigenität und Moderne zu vermitteln. Die Wurzeln für die schlechte wirtschaftliche Lage Boliviens gehen historisch weit zurück. Wie eng das historische Ereignis der Entdeckung der „Neuen Welt“ durch Christoph Kolumbus mit der heutigen Zeit verknüpft ist, zeigte am nächsten Tag der Film „Und dann der Regen“. Der Spielfilm um den Wasserkrieg im Jahr 2000 kontrastierte auf verschiedenen Erzählebenen die alte und die moderne Form der Sklaverei.
Dass Bolivien sich jedoch nicht nur in der Opferrolle sieht, verdeutlichte am darauffolgenden Tag der Referent Boris Inti Chamani, der derzeit an der Universität in Tübingen an einer Promotion im Fach Philosophie arbeitet. Nach dem Einstieg mit dem Dokumentarfilm „Volveré y seré millones“ sprach er über die politische Entwicklung seit 2006, als mit Evo Morales der erste indigene Präsident dieses Amt übernahm und seither als Hoffnungsträger gilt. In der anschließenden Diskussion wurden auch kritische Themen nicht ausgespart, wie etwa die einseitig positive Darstellung des neuen Präsidenten.
Den Abschluss der Veranstaltungsreihe krönte ein lockerer Folkloreabend am Samstag. Stargast war die Tanzgruppe „Puerta del Sol“ aus Frankfurt. In bunten Kostümen demonstrierten sie bei ihrem Straßentanz in der Mittelbadgasse die faszinierende Kultur des Landes. Aufgrund der positiven Resonanz ist im kommenden Jahr wieder eine solche Veranstaltungsreihe geplant.

... ein Regenbogen, der Himmel und Erde verbindet